BUND Leverkusen

Fotowettbewerb: Mein Lieblingsbaum in Leverkusen

26. September 2020 | AKÖFF, Lebensräume, BUND

Wie bei den Vorgartenwettbewerben der Naturschutzverbände BUND und NABU 2018 und 2019 war auch in diesem Jahr eines der Ziele, die „Natur vor der Haustüre“ in den Blick zu nehmen. Mit dem Wettbewerb „Mein Lieblingsbaum in Leverkusen“ waren es dieses Mal die Bäume, über deren Bedeutung für die Menschen unserer baumschutzlosen Stadt BUND und NABU mit der folgenden Einladung mehr erfahren wollten: „Haben Sie einen Lieblingsbaum in Leverkusen? Wir sind gespannt darauf, ihn kennen zu lernen, und möchten gerne wissen, warum Sie sich gerade ihn ausgesucht haben. Haben Sie eine besondere Beziehung zu ihm? Ist er Ihr Schattenspender? Oder erfreut er Sie einfach durch seine Besonderheit? Schicken Sie uns bis zu drei Fotos und erzählen Sie uns etwas über Ihren Lieblingsbaum!“

Ingrid Mayer und Waltraud König-Scholz, Sprecherinnen der BUND Kreisgruppe, empfingen die Preisträger*innen des Wettbewerbs im InfoTreff der Naturschutzverbände in Manfort. Ingrid Mayer erinnerte zunächst an den Wert der Bäume für uns Stadtmenschen: Dass sie ein Symbol für das Leben sind, spiegelt sich u.a. im vielfältigen Brauchtum, bei dem der Baum eine Rolle spielt – der Maibaum, der Richtbaum, der Weihnachtsbaum oder das Pflanzen eines Baumes zur Geburt eines Kindes. Bäume säumen Straßen und Plätze und machen gerade in unseren dicht bebauten Innenstädten das Stadtleben erträglicher und schöner. Sie spenden in heißen Sommern Schatten, schützen vor Wind und Regen, verringern die Schadstoffbelastung in der Luft und senken nachweisbar die Umgebungstemperatur um bis zu 10 Grad. Ihre Wurzeln filtern verunreinigtes Wasser und schützen den Grundwasserspiegel vor weiterem Absinken. Sie sind Nist-, Rast- und Futterplätze für viele Tierarten und damit Garanten für den Erhalt der lebensnotwendigen Artenvielfalt und erhalten dem Stadtmenschen das Gespür für den Wechsel der Jahreszeiten, das immer notwendiger wird in unserer technikbestimmten Zeit.

Viele dieser Aspekte schwangen in den Begleittexten der Wettbewerbsteilnehmer*innen mit. Überraschend war aber vor allem die Vielfalt der ganz individuellen Beziehungen, die sich zwischen einem Baum und „seinen“ Menschen entwickeln kann: Der Baum, der einen über den Tag und ein Leben lang begleitet; der Baum, dessen Schicksal einem über den eigenen Tod hinaus am Herzen liegt; der Baum, dessen wechselnde Schönheit einen zu jeder Jahreszeit überwältigt; der Baum, dessen Wachsen man liebevoll schützt und überwacht; der Baum natürlich auch, dessen Früchte man sehnlichst erwartet, seien es Birnen oder Quitten, Esskastanien oder Kirschen.

Es war keine leichte Aufgabe, aus den 32 Einsendungen die „besonderen“ herauszufiltern, aber schließlich gab es doch vier, bei denen der Gesamteindruck von Text und Bild die Jury überzeugte:

Erik Hansen beeindruckte mit einer prachtvollen Eiche auf der Schönen Aussicht in Lützenkirchen, die ihn schon sein Leben lang begleitet und die er als einen „wichtigen Dreh- und Angelpunkt“ von seiner Kindheit bis in die Jetztzeit bezeichnet.

Gleich drei Lieblingsbäume hatte Jutta Hennig eingereicht, und auch sie machte bei jedem Baum die enge Verbindung zu ihrem langen Leben deutlich: „Die Kurven und Verästelungen dieses Baumes ähneln meinem Lebensweg mit all seinen Höhen und Tiefen. Durch den weichen Moosbelag war alles leichter zu ertragen!“

Wer den Wuppermann-Park kennt, wird sich nicht wundern, dass seine majestätischen Platanen bei den Lieblingsbäumen in Leverkusen auftauchen. Iris Lieg beschrieb ihre ganz besondere Beziehung zu diesen Platanen, deren „gedrehte und verspielte“ Äste sie liebt, und die „Stärke und Ruhe“ für sie ausstrahlen.

Waltraud König-Scholz erinnerte daran, dass noch im 17. Jahrhundert Kirschbäume nur in Kloster- und Schlossgärten wachsen durften. Bei Familie Schäfer dagegen ist der Kirschbaum zum Mittelpunkt eines nachbarschaftlichen Mieteinanders geworden und „die Kirschen und die Kirschmarmelade erfreuen … die Herzen von Jung und Alt.“

Die Preisträger wurden mit dem Buch „Blätter von Bäumen“ von Susanne Fischer-Rizzi ausgezeichnet, aber auch alle übrigen Teilnehmer*innen können sich eine attraktive Belohnung für ihr Mittun im InfoTreff für Natur und Umwelt abholen.

Mit einer „Fensterzeitung“ (download pdf), gestaltet von Ursula Kundt, können auch Besucher des InfoTreffs und Vorübergehende teilhaben an den Schätzen, die uns die Natur so großzügig bietet.

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