BUND Leverkusen

Laubbläser und Laubsauger aus dem Garten verbannen!

02. November 2021

2 kleine Igel  (Uschi Kundt)

Es ist Herbst. Und wie jedes Jahr wird das Auftauchen der ersten bunten Blätter mit gemischten Gefühlen betrachtet. Während sich die einen über das bunte Farbenspiel und Spaziergänge im raschelnden Laub freuen, können es andere gar nicht schnell genug loswerden. Und so greifen nicht nur Kommunen, sondern auch viele Privatgärtner*innen zu Laubsauger oder –bläser. Dabei machen sich v. a. Gärtner- und Gärtnerinnen gar nicht klar, wie viele Gründe gegen die Nutzung solcher Geräte sprechen. Das Umweltbundesamt zählt sie auf: Die Geräte müssen gekauft und mit Strom oder Kraftstoff betrieben werden. Außerdem erleichtern sie bei kleinen bis mittelgroßen Grundstücken kaum die Arbeit, denn ihr Gewicht erfordert unnötigen Kraftaufwand. Und der Einsatz für das aufgeräumte Grundstück ist kaum zu überhören: Die benzinbetriebenen Geräte erzeugen mit circa 100 Dezibel einen Lärm, der mit dem von Kettensägen und Presslufthämmern vergleichbar ist. Laubbläser mit Verbrennungsmotor stoßen zudem gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus.

Das wären schon Gründe genug, auf den Einsatz solcher Geräte zu verzichten und zu umweltfreundlichen Alternativen wie Rechen, Besen oder Harke zu greifen. Noch wichtiger ist es aber sich klarzumachen, welch wichtige Rolle Laub im Naturhaushalt spielt. Wenn Laub liegen bleibt, dient es Bodenlebewesen wie Regenwürmern als wertvolle Nahrungsquelle. Diese lockern nicht nur den Boden auf, sondern reichern ihn dann auch mit Nährstoffen aus den Blättern an. Außerdem schützt eine Schicht aus Laub den Boden vor Frost und Austrocknung. Im herabgefallenen Laub und den oberen Bodenschichten tummeln sich zudem Mikrolebewesen und Kleintiere: Sie alle werden weggeblasen oder eingesaugt und geschreddert – ein enormer Verlust für das natürliche Gleichgewicht!

Eine dichte Laubschicht oder ein Laubhaufen sind aber auch für viele größere Tiere im Winter wichtig: Erdkröten und Spitzmäuse finden hier Schutz vor Frost und der Igel macht sich dafür im nächsten Jahr bei der Schneckenbekämpfung nützlich. Auch viele Käfer wie der Marienkäfer beziehen ihr Winterquartier im Laubhaufen und helfen Meisen, Rotkehlchen und Heckenbraunellen über den Winter zu kommen.

Haben Sie also Mut zur Natürlichkeit und lassen Sie die Laubschicht einfach unter den Gehölzen und  auf den Beeten liegen. Ihr Garten mit seinen Bewohnern dankt es Ihnen!

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