Standort Feuerwache „Auf den Heunen“

27. Mai 2023

Aus Sicht der Naturschutzverbände NABU und BUND ist der geplante Standort „Auf den Heunen“ auch für ein so sinnvolles Projekt wie eine neue Feuerwache für den Leverkusener Norden der denkbar schlechteste.

Auch wenn die wesentlichen Argumente gegen die Versiegelung eines so großen Areals schon wiederholt von den verschiedensten Seiten angeführt worden sind, hier noch einmal eine Auflistung:

  • Im mehrjährigen Mittel gehen in NRW Tag für Tag noch immer etwa 12 Hektar Freiraum durch neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßenbau, Tagebau, Kies-Abbau und andere Abgrabungen unwiederbringlich verloren. Um sich die Dimension bewusst zu machen: Dies sind ca. 18 Fußballfelder Fläche pro Tag! Der Flächenfraß bleibt somit eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit – er zerstört Jahrhunderte alte Kulturräume, Landwirtschafts- und Naturflächen und wirkt sich negativ auf Klimawandel, Verkehrswende und unbedingt notwendige Artenvielfalt aus.Tiere und Pflanzen verlieren durch die Bebauung und durch die Landschaftszerschneidung dringend benötigten Raum, in dem sie ungestört leben und sich fortpflanzen können. Es fehlt ihnen nicht nur die Fläche selbst – als Nahrungsgrundlage unentbehrlich! –, sondern auch die Vernetzung der Lebensräume zum Austausch ihres Genpools.
  • Der Bereich des Plangebiets liegt nicht ohne Grund im Landschaftsschutzgebiet = nach § 26 des Bundesnaturschutzgesetzes „rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung des Naturhaushaltes ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist“.
  • Auch Böden und ihre Funktionen prägen die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts entscheidend. Durch den Verlust von Ackerfläche wäre hier auch das Schutzgut Boden in erheblichem Maß betroffen. Die Lenkung der Bodeninanspruchnahme auf weniger hochwertige Böden muss oberste Richtschnur bei Planungen sein.
  • „Frischluftschneisen“ und „Kaltluftleitbahnen“ sind keine leeren Worthülsen: Wenn wir in den vorhergesagten heißen Sommern noch frei atmen wollen, brauchen wir Grün- und Freiflächen als klimaökologische Ausgleichsräume. Hitzebelastete Siedlungsräume wie Rheindorf sind auf solche Ausgleichsräume angewiesen, die den Luftaustausch und die Versorgung mit Kaltluft fördern (vgl. „Klimaanalyse NRW“ des LANUV)
  • Fast 12000 m2 Fläche würden zur Versickerung  von Regenwasser und so für die Erneuerung des Grundwassers fehlen.
  • Das Plangebiet grenzt an das Natura 2000-Gebiet (Nr. DE-4808-301) und das FFH-Gebiet Wupper, so dass Flora und Fauna der angrenzenden Gebiete eine wertvolle Pufferzone verlieren würden.

 

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