BUND Leverkusen

Volksinitiative Artenvielfalt in NRW

23. Juli 2020

Jeder merkt es – immer weniger Vögel singen in Leverkusen und wer einmal einen bunten Schmetterling sehen möchte, muss lange danach suchen. Um diesen bedrohlichen Trend zu stoppen, muss die Politik in NRW viel aktiver werden in Sachen Schutz der Natur. Daher haben die drei großen NRW-Landesnaturschutzverbände, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gemeinsam eine Volksinitiative für den Artenschutz für NRW gestartet. Damit sich der Landtag damit beschäftigt müssen 66.000 Unterschriften gesammelt werden.

 (Hans-Martin Kochanek)

Der Zeitpunkt kurz vor den Kommunalwahlen ist gut gewählt, denn mit der Wahl setzen sich die Bürger*innen für lebenswerte Städte und Gemeinden ein - damit die natürlichen Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkel geschützt wird.

Das Motto der Volksinitiative ist „Insekten retten – Artenschwund stoppen“. Denn inzwischen sind 45 Prozent der Arten in NRW bedroht. Diesem dramatischen Rückgang vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten muss endlich konsequent entgegen gewirkt werden. Denn trotz anhaltendem Artenschwund gibt es bisher keine effektive Naturschutzpolitik in NRW.

Mit der Aktion soll ein eindeutiges Signal für mehr Artenvielfalt auf dem Land und in unseren Städten gesetzt werden. Dadurch sollen endlich die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt begonnen werden. „Ich bin sicher, dass viele Leverkusener diese Volksinitiative unterstützten und dies mit Ihrer Unterschrift bestätigen werden“ sagte Ingrid Mayer, die Sprecherin des BUND Leverkusen bei der Vorstellung der Volksinitiative.

In acht zentralen Handlungsfeldern fordern die Naturschützer einen deutlichen Politikwechsel - für ein lebenswertes Nordrhein-Westfalen:

Forderungen sind ein Stopp des Flächenfraßes in ganz NRW – zur Zeit verschwindet täglich eine Fläche von 12 Fußballfelder unter Beton und werden so dauerhaft versiegelt. Zudem müssen mehr Waldflächen ohne Nutzung – auch im Sinne des Klimaschutzes – festgelegt werden und  mehr miteinander verbundene  Biotope geschaffen werden. Auch müssen die Unterstützungen für die Landwirte, welche ökologischen Landbau betreiben wollen, deutlich ausgeweitet werden. Es bedarf eines Verbotes chemisch-synthetischer Pestizide und der Düngung in Naturschutzgebieten sowie eines wirksamen Gewässer- und Auenschutzes. Weiterhin sind im Sinne des Überlebens der Tiere und Pflanzen auch in der Stadt strukturierende Vorgaben notwendig - etwa zur Eindämmung der enormen Lichtverschmutzung und ein Verbot der lebensfeindlichen Schottergärten. „Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen ist seit langem bekannt und wir erwarten durch die Volksinitiative endlich ein klares und zielorientiertes Handeln der Politik in NRW für Tiere und Pflanzen“ ergänzte Erich Schulz, der Leverkusener Vorsitzende des NABU.

Die Verbände rufen alle Bürger*innen in NRW dazu auf, mit ihrer Unterschrift ein klares Signal für mehr Artenschutz zu setzen. Dazu liegen in Leverkusen an folgenden Stellen die Unterschriftenbögen aus:

  • InfoTreff für Natur und Umwelt, Gustav-Heinemann-Str. 11 in Manfort,
  • Eine-Welt-Laden Christuskirche, Pfarrer-Schmitz-Str. 9 in Wiesdorf,
  • Biofleischerei Müller, Görresstr. 1 in Küppersteg,
  • Bioladen im Dorf, Mülheimer Str. 4-6 in Schlebusch,
  • Eine-Welt-Laden, Bergische Landstr. 36 in Schlebusch,
  • NaturGut Ophoven, Kasse EnergieStadt, Talstr. 4 in Opladen,
  • Bioladen Lebensbaum, Birkenbergstr. 23 in Opladen,
  • Fein Kochtopf, Kölner Str. 59 in Opladen.

Weiterhin werden die Leverkusener Naturschützer z.B. am 8.8. in der Opladener Fußgängerzone sein und unter Einhaltung der Hygieneregeln Unterschriften auf den offiziellen Unterschriftenbögen sammeln.

Gültig sind nur manuelle Unterschriften auf diesen Bögen. Sie stehen auch elektronisch zusammen mit Leitfäden unter https://artenvielfalt-nrw.de/unterschreiben/ zur Verfügung und können für Eigeninitiativen gerne runtergeladen werden. Die Bögen sollen dann zeitnah an die Naturschutzvereine gesendet werden, damit diese einen Überblick über aktuelle Unterschriftenzahlen bekommen und das Ergebnis im Vorfeld der Kommunalwahl im September kommunizieren können.

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